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Merkur Mannheim

AUSSTELLUNGSKATALOG "NS-ZWANGSSTERILISATION IM DRITTEN REICH"

Linus Görmar BG11a: „Reasons Why!“

Linus Görmar BG11a: „Reasons Why!“ 2020. Tuschezeichnung, Aquarellpapier, A3 29,7 x 42 cm, Rahmen

Mit der Übernahme der Patenschaft für das Mahnmal der Opfer der Verbrechen der Zwangssterilisation, die in der NS-Zeit in Mannheim verübt worden, übernahm unsere Schule eine facettenreiche, interdisziplinäre Aufgabe, der sich unsere Schülerschaft und das Lehrerkollegium mit Elan und Eifer annahmen. Unter dem Motto: „Erinnern ist wichtig, um den Sinn für Unrecht in der Gegenwart, aber auch für die Zukunft zu schärfen“ entstanden im interdisziplinären Diskurs aus den Bereichen Geschichtswissenschaft, Ethik, Bildende Kunst und Deutsch ein Theaterstück und eine Kunstausstellung. Auch eine Umfrage bei der Mannheimer Bevölkerung wurde über dieses Thema durchgeführt. Dadurch entstand ein umfassendes, aktuelles und interdisziplinäres Gesamtwerk, das weit über den normalen Unterrichtsrahmen hinausgeht. Der Katalog, den Sie hier betrachten können, begleitet Sie durch die vielfältigen Kunstwerke und Aktionen.

Unsere Schülerinnen und Schüler setzten sich mit dem Thema eigenständig und kreativ auseinander und bearbeiteten es aus verschiedenen Blickwinkeln in Vergangenheit und Gegenwart, reflexiv und emotional, individuell und gesamtheitlich.

Die Ergebnisse zeigen uns, dass unsere Schülerinnen und Schüler – und ich darf vermuten, dass es in vielen Schulen ähnlich ist – aktiv die Vergangenheit aufbereiten wollen und können. Sie verfahren nicht nach dem Motto: Was habe ich damit zu tun, was meine Vorfahren ihren Mitmenschen angetan haben. Sie setzen sich auseinander, sie engagieren sich und fordern uns Erwachsene dadurch heraus.

Und wenn man sich die Ergebnisse ansieht, und dazu fordere ich Sie auf – es lohnt sich schon allein künstlerisch -, dann können wir als Erwachsene zuversichtlich sein, dass unsere Jugendlichen auch die großen Probleme, auf die unsere Welt zusteuert, kreativ, eigenständig, sachorientiert und solidarisch lösen werden.

Dr. Klaus-Werner Müller

Schulleiter

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